Manchmal reicht ein abgestürztes Programm, ein Druckerproblem oder eine Aufgabe, die einfach nicht gelingen will – und plötzlich kippt der ganze Tag. Aus einer kleinen Störung wird ein innerer Alarmzustand. Der Kopf wird eng, die Stimmung fällt, der Druck steigt.
Gerade Unternehmer:innen und Führungskräfte kennen diese Momente: Du willst handlungsfähig bleiben, Entscheidungen treffen, Lösungen finden und nach außen ruhig wirken. Doch innerlich entsteht ein Strudel aus Ärger, Zeitdruck, Kontrollverlust und Überforderung.
In dieser Folge von Mental Klar geht es genau darum: Wie erkennst du, dass du in diesen Stressstrudel geraten bist? Und wie findest du mit einfachen, sofort nutzbaren Impulsen zurück zu Klarheit, Energie und innerer Stabilität?
Wenn kleine Störungen plötzlich groß werden
Überforderung beginnt selten mit dem großen Zusammenbruch. Häufig startet sie mit Kleinigkeiten: Ein Programm stürzt ab. Eine Datei ist weg. Eine Aufgabe klappt nicht. Dann kommt die nächste Störung dazu – und aus einem einzelnen Ärgernis entsteht ein Muster.
Der entscheidende Punkt ist nicht immer das Ereignis selbst, sondern die innere Reaktion darauf. Sobald der Druck steigt, entsteht schnell das Gefühl: Heute klappt gar nichts. Alles läuft gegen mich. Genau dieser Gedanke verstärkt den Strudel.
Dann wird aus einer sachlichen Herausforderung ein emotionaler Zustand. Und in diesem Zustand ist es deutlich schwerer, klar zu denken, sinnvoll zu priorisieren und gute Entscheidungen zu treffen.
Was im Stressmodus mit dir passiert
Wenn Stress entsteht, schaltet dein System um. Der Körper bereitet sich auf Reaktion vor: kämpfen, flüchten oder erstarren. Das war früher überlebenswichtig – in modernen Arbeitssituationen führt es jedoch oft dazu, dass der Blick enger wird.
Im Podcast beschreibt Haye Hösel diesen Zustand als Tunnelblick: Du starrst auf das Problem, anstatt die Lösung oder den Ausweg wahrzunehmen. Genau dadurch häufen sich Fehler. Nicht weil du unfähig bist, sondern weil dein System gerade nicht im Klarheitsmodus ist.
Für Unternehmer:innen und Führungskräfte ist das besonders relevant. Denn je höher die Verantwortung, desto größer ist oft der Anspruch, trotzdem sofort funktionieren zu müssen. Doch genau dieses Durchdrücken kann den Druck weiter erhöhen.
Der Strudel der Überforderung: Warum Gegenkämpfen oft nicht hilft
Ein starkes Bild aus der Episode ist der Strudel: Ärger führt zu mehr Ärger, Fehler führen zu mehr Druck, Druck führt zu noch weniger Klarheit. Wer dann mit Gewalt gegen diesen Zustand ankämpft, verbraucht noch mehr Energie.
Wie bei einer Strömung im Meer ist der erste Schritt nicht, härter dagegen anzuschwimmen. Der erste Schritt ist, zu erkennen: Ich bin gerade drin. Diese Erkenntnis verändert bereits etwas. Beim nächsten Mal bemerkst du es vielleicht früher – und genau dort beginnt Selbstführung.
Klarheit entsteht nicht dadurch, dass du dich zwingst, ruhig zu sein. Klarheit entsteht, wenn du deinem System die Chance gibst, sich wieder zu regulieren.
Der wichtigste Schritt: Unterbrechen statt weiter eskalieren
Wenn du merkst, dass du in den Stressstrudel gerätst, hilft oft eine einfache Unterbrechung: aufstehen, den Raum wechseln, ein paar Schritte gehen, bewusst atmen. Das klingt simpel – ist aber wirkungsvoll, weil du deinen Körper aus der erstarrten Stresshaltung holst.
Gerade am Computer bleiben viele Menschen sitzen und versuchen, das Problem mit noch mehr Anspannung zu lösen. Dabei kann es sinnvoller sein, kurz Abstand zu nehmen. Nicht als Flucht, sondern als bewusster Reset.
Die Kernfrage lautet: Was brauche ich jetzt, um wieder handlungsfähig zu werden? Vielleicht ist es Bewegung. Vielleicht Stille. Vielleicht ein bewusster Atemzug. Vielleicht die Entscheidung, eine Aufgabe nicht sofort weiter zu erzwingen.
Mini-Meditation: Zwei Minuten zurück in die Mitte
Ein zentraler Impuls der Folge ist eine kurze Mini-Meditation, die du im Sitzen oder Stehen durchführen kannst. Sie braucht keinen besonderen Raum, keine lange Vorbereitung und keine perfekte Umgebung.
Setz dich aufrecht hin, ohne dich anzulehnen. Lass die Schultern locker. Wenn du magst, schließe die Augen. Atme langsam durch die Nase ein und wieder aus. Stell dir vor, dein Bauch bläht sich beim Einatmen wie ein Luftballon auf und wird beim Ausatmen wieder ganz weich.
Hilfreich ist außerdem, die Zungenspitze leicht an den Gaumen zu legen. Das kann dich dabei unterstützen, schneller in einen ruhigen Zustand zu finden. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Wiederholung. Je häufiger du diese Übung in ruhigen Momenten nutzt, desto leichter steht sie dir in Stressmomenten zur Verfügung.
Reframing: Gib dem Moment einen neuen Rahmen
Ein weiterer praktischer Ansatz ist Reframing. Statt den inneren Satz „Alles geht schief“ weiterlaufen zu lassen, kannst du den Rahmen verändern: „Gerade ist etwas schiefgelaufen – aber das ist kein Dauerzustand.“
Dieser Perspektivwechsel nimmt dem Moment seine absolute Wucht. Du musst nicht schönreden, was passiert ist. Du ordnest es nur neu ein. Aus „Ich kann das nicht“ wird: „Diese Situation fordert mich gerade – und ich kann einen nächsten kleinen Schritt finden.“
Für Führungskräfte ist diese Fähigkeit besonders wertvoll. Denn wer innerlich schneller aus der Eskalation aussteigen kann, entscheidet klarer, kommuniziert ruhiger und bleibt für andere besser greifbar.
Bewegung, Atmung und schöne Erinnerungen als Anker
Neben Atmung und Reframing nennt die Episode weitere Möglichkeiten: kurz aufstehen, hüpfen, in einen anderen Raum gehen, Musik nutzen oder an einen starken positiven Moment denken. Solche Anker helfen, das Nervensystem aus dem Alarmmodus herauszuführen.
Besonders wirksam kann ein bewusst gewählter Erinnerungsanker sein: ein Moment, in dem du Freude, Ruhe, Stolz oder Verbundenheit gespürt hast. Wenn du dich in Stressmomenten an diesen Moment erinnerst – mit Bildern, Geräuschen, Gerüchen und Körpergefühl – kann sich dein innerer Zustand verändern.
Das Ziel ist nicht, Probleme wegzudrücken. Das Ziel ist, wieder Zugriff auf deine Ressourcen zu bekommen.
Warum Übung entscheidend ist
Eine Atemtechnik erst im größten Stress anwenden zu wollen, ist schwierig. Deshalb ist der Gedanke aus der Folge so wichtig: Übe in ruhigen Momenten, damit du es in schwierigen Momenten abrufen kannst.
Wie bei jeder Fähigkeit braucht auch Selbstregulation Wiederholung. Zwei Minuten am Tag können reichen, um deinem System einen neuen Weg zu zeigen. Nicht spektakulär. Aber alltagstauglich.
Für Unternehmer:innen und Führungskräfte ist das kein Wellness-Extra. Es ist ein Teil mentaler Leistungsfähigkeit. Wer sich regulieren kann, bleibt klarer, stabiler und handlungsfähiger – gerade dann, wenn es eng wird.
Was dich in der Podcast-Folge erwartet
- warum kleine Störungen schnell einen inneren Stressstrudel auslösen können
- wie Tunnelblick entsteht und warum er deine Lösungsfähigkeit einschränkt
- weshalb der Stressmodus dein rationales Denken beeinflusst
- warum Erkennen der erste Schritt aus der Überforderung ist
- wie du mit Aufstehen, Bewegung und Raumwechsel sofort unterbrechen kannst
- eine einfache Mini-Meditation mit Atmung und Zungenspitze am Gaumen
- wie Reframing dir hilft, belastende Gedanken neu einzuordnen
- warum schöne Erinnerungen als innere Anker wirken können
- weshalb Selbstregulation trainiert werden sollte, bevor der Druck zu hoch ist
Über Haye Hösel / Mental Klar
Haye Hösel ist integrativer Mental Coach für Unternehmer:innen und Führungskräfte, die bei sich bleiben und Leistung bringen wollen. In seinem Podcast Mental Klar geht es um Klarheit im Kopf, Kraft im Körper und Resonanz im Leben – für Menschen, die Verantwortung tragen und nicht nur funktionieren, sondern stabil und bewusst ihren Weg gehen wollen.
Links zu Haye Hösel / Mental Klar
- Website: https://www.mental-klar.com
- Podcast-Seite: https://www.mental-klar.com/podcast
- Instagram: https://www.instagram.com/mental.klar/
- LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/haye-h%C3%B6sel-99988864/
- Facebook: https://www.facebook.com/Mental-Klar/
Hör rein, wenn du aus dem Stressstrudel wieder herausfinden willst
Diese Episode ist ein klarer Impuls für alle, die im Alltag schnell in Druck, Ärger oder Überforderung geraten und wieder einen praktischen Weg zurück zu Klarheit suchen. Du bekommst keine komplizierte Theorie, sondern einfache Ansätze, die du direkt im Alltag testen kannst.
Hör dir die Folge an, wenn du lernen möchtest, früher auszusteigen, bewusster zu reagieren und deine Energie nicht länger im Strudel der Überforderung zu verlieren.
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